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Jagen in Spanien: montería, Steinbock und der regionale Regel-Flickenteppich
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Jagen in Spanien: montería, Steinbock und der regionale Regel-Flickenteppich

Hunters Club 21. August 2026 4 Min. LesezeitDE
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Warum Spanien immer wieder zur Sprache kam

Ich höre es seit Jahren von anderen Jägern: Spanien ist anders. Nicht nur das Gelände und das Klima, sondern die gesamte Jagdkultur. Wer an den Ansitz oder kleine Drückjagden gewohnt ist, trifft in Spanien auf etwas völlig anderer Größenordnung. Das fängt bei der montería an.

Die montería: Drückjagd nach spanischer Art

Eine montería ist eine traditionelle, großangelegte Drückjagd auf Wildschwein und Rothirsch, mit Wurzeln in Andalusien und dem übrigen Südspanien. Die Saison läuft grob von Mitte Oktober bis Mitte Februar.

Was eine montería von einer gewöhnlichen Drückjagd unterscheidet, ist der Maßstab und die klare Rollenverteilung. Rehaleros, die Hundeführer, führen Meuten von zehn bis zwanzig Hunden (die rehala) durch dichtes Gelände, um das Wild zu bewegen. Zeitgleich steht eine lange Linie von monteros, den bewaffneten Jägern, auf festen Ständen (puestos) rund um das Treibgebiet. Postores organisieren, wer wo steht, und sorgen dafür, dass die Linie sicher und pünktlich besetzt ist. Erst wenn das von den Hunden getriebene Wild an den Ständen vorbeikommt, wird geschossen. Arrieros, oft zu Pferd oder mit Maultieren, bergen anschließend das erlegte Wild.

Das Ergebnis ist ebenso sehr ein gesellschaftliches Ereignis wie ein Jagdtag. Vorab gibt es meist ein Frühstück, oft in traditioneller Kleidung, und am Ende des Tages wird das erlegte Wild zusammengetragen und gezählt. Für einen ausländischen Jäger ist eine montería vor allem eine Begegnung damit, wie organisiert und wie ernst diese Tradition betrieben wird — man improvisiert das nicht einfach, und genau deshalb lohnt es sich.

Vier Gebirge, vier Steinböcke

Der zweite große Anziehungspunkt ist der Spanische Steinbock (Capra pyrenaica). In der Jagdwelt spricht man von vier Unterarten, jede an ein eigenes Gebirge gebunden, und alle vier zu erlegen gilt als der Spanish Ibex Grand Slam.

Der Gredos-Steinbock lebt zentral, in der Sierra de Gredos und der Sierra de Guadarrama, nicht weit von Madrid. Der Beceite-Steinbock findet sich im Nordosten, in den Bergen um Teruel, Tarragona und Castellón. Weiter südöstlich, im Gebirge bei Granada bis hin nach Cazorla, lebt der Südost- oder Sierra-Nevada-Steinbock. Und ganz im Süden, rund um Ronda in der Provinz Málaga, lebt der Ronda-Steinbock, in der Sierra de Grazalema und der Sierra de las Nieves.

Vier völlig unterschiedliche Landschaften also, von schneebedeckten Hochebenen bis zu trockenen Kalksteingebirgen nahe der Küste. Wer alle vier jagen will, verteilt das meist auf mehrere Reisen, schon weil die Gebiete weit auseinanderliegen und jedes seine eigene Saison und ein eigenes Genehmigungssystem hat.

Kein landesweites System — und genau das ist der Punkt

Dieser letzte Punkt ist etwas, das man wirklich verstehen sollte, bevor man eine Reise bucht: Spanien hat keinen landesweiten Jagdstandard. Lizenzen, Jagdzeiten und die Voraussetzungen für die Jagd werden von jeder autonomen Region (comunidad autónoma) einzeln festgelegt — Andalusien, Castilla-La Mancha, Aragón, Extremadura, jede hat ihre eigenen Regeln. Es gibt eine überregionale Jagdlizenz, die zwischen manchen Regionen gegenseitig anerkannt wird, aber sie deckt nicht automatisch das ganze Land ab.

Dasselbe Muster ist uns schon einmal aufgefallen, als wir für Hunters Club die Kosten und den Aufbau der Jägerprüfung in verschiedenen europäischen Ländern zusammengestellt haben: Die Jagd in Europa ist ein Flickenteppich, und Spanien erweist sich selbst wieder als Flickenteppich innerhalb dieses Flickenteppichs. In der Praxis bedeutet das, die Regeln der konkreten Region zu prüfen, in der man jagt, statt anzunehmen, dass das, was in einer Provinz gilt, auch anderswo gilt.

Praktisch: Waffen und Organisation

Für Jäger aus der EU ist der Europäische Feuerwaffenpass der Ausgangspunkt, um eine eigene Waffe mitzuführen, ergänzt um die nötigen Zollpapiere und eine vorübergehende Einfuhrgenehmigung. Viele Jäger mieten stattdessen vor Ort eine Waffe — das erspart Ärger an der Grenze und ist bei den meisten organisierten Jagden ohne Weiteres möglich. Für Jäger von außerhalb Europas kommen in der Regel zusätzliche, im Voraus zu klärende Unterlagen hinzu.

Die genauen Anforderungen sollte man immer bei der zuständigen regionalen Jagdbehörde oder bei einem Outfitter vor Ort prüfen — die Details unterscheiden sich wirklich je nach Region und Jagdform, und sie ändern sich auch gelegentlich.

Über Hunters Club

Eine montería zu erleben oder einen der vier Steinböcke zu jagen, muss nicht kompliziert zu organisieren sein. Über den Hunting-Trips-Marktplatz von Hunters Club findet man organisierte Jagdreisen zu Zielen wie Spanien, mit Outfittern, die das regionale Regelwerk bereits für einen geklärt haben. Das erspart eine Menge Recherche, und man startet die Reise mit etwas mehr Vertrauen darauf, dass die Logistik stimmt.

Foto: Arturo de Frias Marques, via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

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