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Jagen in Polen: Drückjagden, Schwarzwild und die Rolle des PZŁ
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Jagen in Polen: Drückjagden, Schwarzwild und die Rolle des PZŁ

Hunters Club 21. August 2026 5 Min. LesezeitDE
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Die Drückjagd: In Polen läuft das anders

Als ich das erste Mal bei einer Drückjagd in Polen dabei war, wurde mir klar, wie klein niederländische Jagdreviere eigentlich sind. Hier betritt man Wald, der sich über Kilometer erstreckt, in einer Gruppe von zehn bis fünfzehn Schützen samt Treibern und Hunden, und jagt in organisierten Treiben durch zusammenhängende Waldgebiete, wie es sie in weiten Teilen Westeuropas schlicht nicht mehr gibt. Die Saison für diese Drückjagden läuft grob von Oktober bis Januar, mit November und Dezember als Kernzeit — die Felder liegen kahl, das Laub ist von den Bäumen, und Schwarzwild hebt sich klar vom Boden ab.

Das ist keine Jagd, die man allein macht. Es steckt eine Organisation dahinter: mehrere Treiben über den Tag verteilt, ein gemeinsames Waldfrühstück oder -mittag, ein Schlussappell am Ende. Wer mitmacht, muss schnell reagieren können — Wildarten auf Distanz sicher ansprechen, bewegte Ziele treffen, und wissen, wann man besser nicht schießt.

Białowieża und die großen Waldkomplexe

Kein Gespräch über die Jagd in Polen kommt ohne Białowieża aus. Dieser Urwald an der Grenze zu Belarus gilt als der letzte erhaltene Tiefland-Urwald Europas und ist weltberühmt für seine frei lebenden Wisente. In den streng geschützten Kernzonen wird nicht gejagt, aber die umliegenden Waldgebiete stehen stellvertretend für das, was Polen Jägern generell bietet: riesige, zusammenhängende Waldflächen statt der zersplitterten Parzellen, wie man sie aus Westeuropa kennt. Auch die Niederschlesische Wildnis mit fast 1.700 Quadratkilometern ununterbrochenem Wald sowie das bergige Grenzgebiet im Süden zur Slowakei und Tschechien gehören zu den klassischen polnischen Jagdrevieren.

Schwarzwild, Reh und Rothirsch: die großen Drei

Schwarzwild, Reh und Rothirsch bilden zusammen, was polnische Jäger die großen Drei nennen. Der Rothirsch ist vor allem im bergigen Süden stark vertreten, mit soliden, natürlich gewachsenen Trophäen zu Preisen, die in Westeuropa längst nicht mehr üblich sind. Beim Reh gibt es zwei Höhepunkte: im Mai und im Spätsommer, etwa August bis September. Die Brunft des Rotwilds fällt in den späten September bis Oktober. Schwarzwild ist ganzjährig präsent, aber die großen Drückjagden, für die Polen bekannt ist, konzentrieren sich auf die Wintermonate.

Afrikanische Schweinepest: vom Problem zum Steuerungsinstrument

Polen ist eines der europäischen Länder, die in den letzten Jahren stark mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation zu kämpfen hatten — wir haben [an anderer Stelle ausführlich darüber geschrieben](/de/blog/afrikanische-schweinepest). Seit 2019 wurden in Polen über 300.000 Wildschweine im Rahmen sogenannter sanitärer Abschussprogramme erlegt, und in den regulären Jagdsaisons zwischen 2019 und 2022 kamen noch einmal über 900.000 Tiere hinzu. Anfang 2024 ordnete die polnische Regierung den Abschuss mehrerer tausend zusätzlicher Tiere in den westlichen Woiwodschaften an, gezielt um die Seuche von Schweinehaltungsbetrieben fernzuhalten.

Für Jäger bedeutet das in der Praxis: Das Bestandsmanagement beim Schwarzwild ist in Polen intensiver und gezielter gesteuert als in den meisten anderen Ländern. Das heißt nicht, dass es wenig Schwarzwild gäbe — eher im Gegenteil —, aber die Jagd erfüllt dort ausdrücklich auch eine Funktion in der Seuchenbekämpfung, mit entsprechenden Auflagen, etwa einer Wartezeit, bevor man nach einer Jagd wieder in die Nähe von Schweineställen darf.

Die Rolle des PZŁ

Nahezu die gesamte organisierte Jagd in Polen läuft über den Polski Związek Łowiecki, kurz PZŁ, den polnischen Jagdverband. Der PZŁ verwaltet die vom Staat oder von Privateigentümern gepachteten Jagdreviere und hat auch eine formale Rolle bei der Lizenzvergabe: Wer in Polen jagen will, muss eine Prüfung in Wildbiologie, Jagdrecht und Schießfertigkeit ablegen, gefolgt von einer praktischen Ausbildungszeit bei einem lokalen Verein. Was eine [Jägerprüfung in verschiedenen europäischen Ländern](/de/blog/jagdscheine-in-europa) tatsächlich kostet und beinhaltet, haben wir andernorts genauer beschrieben — Polen passt in dieses Bild, mit einem System, das stark auf den PZŁ als zentrale, gesetzlich verankerte Organisation setzt.

Praktisches, bevor es losgeht

Als ausländischer Jäger geht man in Polen nicht einfach allein in den Wald. Man jagt so gut wie immer über einen lokalen Jagdverein oder Anbieter, mit Führung, und braucht den eigenen Jagdschein aus dem Heimatland sowie eine Haftpflichtversicherung. Polnische Anbieter arbeiten meist mit Paketpreisen, die je nach Anbieter, Saison und Wildart deutlich variieren — am besten also direkt bei der Organisation nachfragen, mit der man bucht, statt von einem festen Betrag auszugehen.

Auf dem [Hunting-Trips-Marktplatz](/de/hunting-trips) von Hunters Club listen wir organisierte Reisen zu Zielen wie Polen, damit man einen verlässlichen Anbieter findet, ohne alles selbst von Grund auf recherchieren zu müssen.

Warum sich Polen lohnt

Was Polen auszeichnet, ist der Maßstab. Während man in den Niederlanden oder Belgien meist auf kleinen, zersplitterten Flächen jagt, geht es in Polen durch Wald, der wirklich kein Ende zu nehmen scheint, in einer Tradition der Drückjagd, die Jahrhunderte alt und noch immer sehr lebendig ist. Für alle, die einmal erleben wollen, wie großangelegte, organisierte Jagd tatsächlich aussieht — die Kameradschaft einer Gruppe, die Stimmung eines winterlichen Waldessens, das Gefühl eines echten Urwalds — ist Polen eines der wenigen europäischen Ziele, die das noch einlösen.

Foto: Konrad Kurzacz (Pimke), via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

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