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Jagen in Schottland

Hunters Club 21. August 2026 4 Min. LesezeitDE
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Der Hirsch am Hang

Für die meisten europäischen Jäger ist Schottland die erste echte Begegnung mit einer Jagdform, die mit Drückjagd oder festen Ständen nichts zu tun hat. Red Deer Stalking, wie es hier heißt, bedeutet stundenlanges Gehen über offenes Hügelland in den Highlands, an der Seite eines Stalkers, manchmal Ghillie genannt, der das Gelände und die Hirsche besser kennt als man selbst je einen heimischen Wald kennen wird. Es gibt keine feste Ansitzzeit und keine Gruppe, die sich in Formation bewegt. Man bricht früh auf, glast das Gelände mit dem Fernglas ab und pirscht sich an einen Hirsch heran, der beim ersten Sichten noch zwei Kilometer entfernt stand.

Der Schuss fällt erst, wenn der Stalker es sagt, nicht früher. Das ist keine übertriebene Vorsicht, sondern der Kern des Stalkings: Der Stalker bewirtschaftet den Rotwildbestand des Anwesens und entscheidet, welches Tier erlegt wird, meist nach Alter und Kondition, nicht nach Geweihgröße. Wer zum ersten Mal hierherkommt, erwartet manchmal eine Art Jagd nach Bestellung. So funktioniert es nicht. Wetter, Wind und die Geduld des Tieres bestimmen den Tag, nicht der eigene Zeitplan.

Die offizielle Brunftzeit für Rothirsche läuft vom 1. Juli bis zum 20. Oktober, für Alttiere vom 21. Oktober bis zum 15. Februar. Die meisten geführten Stalking-Reisen konzentrieren sich auf September und Oktober, wenn die Hirsche brunften und aktiver sind. Man sollte lange Tage am Hang, ordentliches Schuhwerk und ein Anwesen einplanen, das genau mitteilt, welche körperliche Fitness erwartet wird — das ist keine Jagd vom Hochsitz aus.

Rehwild-Pirsch, eine andere Größenordnung

Neben der großen Bergarbeit in den Highlands hat Schottland eine lebendige Rehwildjagd, besonders in den Borders und auf tiefer gelegenen Revieren. Die Bockzeit läuft vom 1. April bis zum 20. Oktober, die Zeit für weibliches Rehwild vom 21. Oktober bis zum 31. März. Die Rehwildjagd wirkt für kontinentale Jäger deutlich vertrauter: kleineres Revier, früher Morgen oder später Abend, oft zu Fuß oder vom Hochsitz am Waldrand. Ein guter Einstieg, wenn die volle Highland-Erfahrung noch zu viel ist, oder eine sinnvolle Ergänzung zu einer Reise, die ohnehin nach Schottland führt.

Treibjagd auf Fasan und Moorschneehuhn: eine eigene Tradition

Während beim Stalking Geduld und das einzelne Tier im Mittelpunkt stehen, ist die Driven Shooting auf Fasan und Grouse etwas völlig anderes: organisierte Jagdtage auf großen Gütern, mit Treibern, Hunden und einer Reihe von Schützen an festen Ständen. Die Fasanensaison läuft vom 1. Oktober bis zum 1. Februar. Das Rote Moorschneehuhn, das ausschließlich auf schottischem Heideland vorkommt, hat eine kürzere und berühmtere Eröffnung: den 12. August, den sogenannten "Glorious Twelfth", bis zum 10. Dezember. Die Grouse-Jagd über der Heide, mit Vögeln, die niedrig und schnell über die Hügel fliegen, gilt als eine der anspruchsvollsten Formen der Flugwildjagd überhaupt und zieht ein ganz eigenes Publikum an.

Waffen mitbringen: was sich nach dem Brexit geändert hat

An diesem Punkt stolpern viele Jäger. Für die Jagd innerhalb der EU reist man normalerweise mit dem Europäischen Feuerwaffenpass. Das Vereinigte Königreich, und damit auch Schottland, steht seit dem Brexit außerhalb dieses Systems. Stattdessen braucht man einen Visitor's Firearm Permit, beantragt bei der zuständigen britischen Polizeibehörde (für Schottland Police Scotland), und dafür ist ein Bürge vor Ort nötig, meist das Anwesen oder der gastgebende Veranstalter. Der Antrag muss deutlich vor der Reise gestellt werden, und die genauen Anforderungen und Bearbeitungszeiten ändern sich gelegentlich, weshalb man sie direkt bestätigen lassen sollte, statt sie anzunehmen.

Viele Highland-Anwesen bieten die Möglichkeit, eine Büchse vor Ort zu mieten, wodurch keine eigene Waffe eingeführt werden muss. Das erspart einiges an Papierkram. In jedem Fall sollte man dieses Thema früh mit dem Gastgeber besprechen und die aktuellen Anforderungen bei der zuständigen Behörde prüfen, bevor man bucht. Dieser Artikel dient der Orientierung, nicht als Rechtsberatung.

Selbst planen oder organisieren lassen

Wer selbst nach einem passenden Anwesen, einem Stalker und den richtigen Unterlagen sucht, verliert schnell Wochen an Recherchearbeit. Über den Hunting-Trips-Marktplatz von Hunters Club findet man organisierte Jagdreisen zu Zielen wie Schottland, bei denen die praktische Vorbereitung bereits erledigt ist und man sich auf die Jagd selbst konzentrieren kann.

Foto: Mehmet Karatay / Massimo Catarinella, via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

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