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Jagdzeiten in Europa: Ein Überblick nach Wildart
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Jagdzeiten in Europa: Ein Überblick nach Wildart

Hunters Club 21. August 2026 4 Min. LesezeitDE
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Einen europäischen Jagdkalender gibt es nicht. Jedes Land — und innerhalb von Ländern wie Deutschland, Österreich oder Spanien oft jedes Bundesland oder jede Region — legt seine eigenen Schonzeiten fest, nach Wildart und teils sogar nach Geschlecht oder Altersklasse. Wer in Frankreich auf Reh, in Schweden auf Elch und in Rumänien auf Wildschwein jagt, hat es mit drei völlig unterschiedlichen Regelwerken zu tun.

Trotzdem gibt es Muster, die sich durch fast ganz Europa ziehen und als Orientierung nützlich sind — egal ob man eine Jagdreise plant oder einfach verstehen will, warum die eine Wildart schon im August bejagt werden darf und die andere erst im Oktober. Dies ist also keine Datumsliste, sondern ein Überblick über die Logik hinter den Jagdzeiten, gegliedert nach Wildart. Die genauen Termine holt man sich immer bei der zuständigen nationalen Jagdbehörde oder beim Ausrichter vor Ort, nie aus einem Artikel wie diesem.

Schwarzwild: das Tier ohne echte Schonzeit

Schwarzwild ist in den meisten europäischen Ländern die Ausnahme von der Regel. In weiten Teilen Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Osteuropas gibt es kaum noch eine wirkliche Schonzeit — Bachen und Frischlinge dürfen vielerorts praktisch ganzjährig bejagt werden, mit strengeren Regeln vor allem für starke Keiler oder rund um die Frischlingszeit.

Das ist kein Zufall. Die Schwarzwildbestände sind in den letzten Jahrzehnten explosionsartig gewachsen — mildere Winter, mehr Maisanbau und kaum natürliche Feinde. Dazu kommt der Druck durch die Afrikanische Schweinepest (ASP), die Behörden aktiv dazu bewegt, die Bestände zu reduzieren. Warum ASP die Bejagung von Schwarzwild in Europa so grundlegend verändert hat, haben wir in einem eigenen Artikel auf dieser Seite beschrieben.

In der Praxis heißt das: Schwarzwild ist die Wildart, die viele europäische Jäger fast das ganze Jahr über bejagen können, während jede andere Art ein klar begrenztes Zeitfenster hat.

Rehbock: die Saison von Frühjahr bis Sommer

Rehböcke werden in Mittel- und Westeuropa — Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Teilen Österreichs — typischerweise vom Frühjahr bis in den Spätsommer oder Frühherbst bejagt. Der Grund dafür ist die Blattzeit, die in den Juli und August fällt: Viele Jäger und Ausrichter richten ihr Angebot darauf aus, weil Böcke in dieser Zeit besonders aktiv und sichtbar sind.

Ricken und Kitze unterliegen fast überall strengeren Regeln und einer anderen, meist späteren Jagdzeit — eine bewusste Trennung, um den Bestandsaufbau zu schützen.

Rotwild: der Herbst und die Brunft

Rotwild ist die klassische Herbstwildart. Die Brunft fällt in den September und Oktober, und in fast ganz Europa ist genau das auch die Zeit, in der die Trophäenjagd auf Hirsche am intensivsten ist — der Hirsch ist dann laut, aktiv und durch das Röhren leichter zu orten. Länder wie Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen und Tschechien bauen ihre Rotwildsaison um dieses Fenster herum auf, mit einer verlängerten Jagdzeit auf Alttiere und Kälber, die oft bis in den Winter reicht.

In dieser Zeit werden auch die meisten europäischen Trophäenjagdreisen gebucht — ein röhrender Hirsch im frühmorgendlichen Nebel ist für viele Jäger das Bild, das die europäische Jagd definiert.

Gänse und Wasservögel: der Zug gibt den Takt vor

Bei Gänsen und anderem Wasserwild bestimmt nicht die Brunft die Jagdzeit, sondern der Vogelzug. Ab dem Spätsommer beginnen die ersten Gänse aus ihren Brutgebieten in Skandinavien und Russland Richtung Westeuropa zu ziehen, mit einem Höhepunkt im Herbst und Winter. Länder wie die Niederlande, Dänemark und Teile Deutschlands und Großbritanniens richten ihre Gänsejagd danach aus — oft mit einer frühen Phase zur Vergrämung auf landwirtschaftlichen Flächen, gefolgt von der regulären Jagdzeit, sobald die Zugvögel eintreffen.

Wer nach einer erfolgreichen Gänsejagd etwas mit der Beute anfangen will: Wir führen auf dieser Seite eine "Field to Table"-Rezeptreihe, vom gegrillten Gänsebraten bis zum Rendang aus der Gänsekeule.

Die einzige Regel, die überall gilt

Jedes dieser vier Muster — Schwarzwild fast ganzjährig, Rehbock im Frühjahr und Sommer, Rotwild im Herbst rund um die Brunft, Gänse im Herbst und Winter je nach Zug — ist eine Verallgemeinerung, die irgendwo in Europa nicht zutrifft. Slowenien eröffnet anders als Kroatien, Schottland anders als England, und selbst innerhalb Deutschlands unterscheidet es sich je nach Bundesland.

Wer eine Jagdreise plant oder einfach wissen will, wann eine bestimmte Wildart in einem bestimmten Land bejagt werden darf: Immer die aktuellen, offiziellen Termine bei der nationalen Jagdbehörde des jeweiligen Landes prüfen oder direkt beim Ausrichter nachfragen, bevor irgendetwas gebucht wird. Was oben steht, ist die Landkarte, nicht das Gelände.

Foto: Fischer.H, via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

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